Nothelle-Kamei-Coupé in Zolder 2012.

 

Das Nothelle-Team brachte unter der Leitung von Marcus Nothelle und der Beratung von Rolf Nothelle das Audi-Renncoupé für Herrn Johan Aerts (Belgien) binnen 17 Monaten zurück auf die Rennstrecke. Das 1981 von Nothelle in der Rennsport Trophy im Rennen um die Meisterschaft eingesetzte Nothelle-Kamei-Coupé wurde mit Fahrer Bernd Lilier schnellster Fronttriebler (Bericht auto motor sport Heft 23/1981 von Norbert Haug).

 

Chronologie der Restauration.

 

Die Vorgeschichte.

 

1982 wurde das Renncoupé von Rolf Nothelle an Hr. Cyriel Raes aus Belgien verkauft, dieser wiederum gab das Auto weiter an Hr. Patrick Schreurs , welcher seinerseits an Stefco Motorsport verkaufte. Stefco Motorsport verbaute einen Audi 2,4 l V6 4Ventil Motor und fuhr das Fahrzeug bei belgischen Rennen, bis es schlussendlich ausgemustert und in einer Werkstattecke zur vermeindlich letzten Ruhe abgestellt wurde. Hr. Johan Aerts, der heutige Besitzer des Coupés, welcher als junger Mann im Team von Patrick Schreurs tätig war, hatte per Zufall mit Jens Nothelle (dem Sohn von Rolf Nothelle), welcher seinerzeit beim Phoenix-Racing-Team tätig war, Kontakt aufgenommen und die Restaurationsmöglichkeit des Coupés durch die Firma Nothelle angefragt. Über Jens Nothelle wurde dann der Kontakt zu Marcus und Rolf Nothelle hergestellt.

 

Die erste Besichtigung inkl. Bestandsaufnahme erfolgte dann im September 2010. Man einigte sich darauf, das Nothell-Kamei-Coupé in erstklassigem Zustand wieder auf die Rennstrecke zu bringen. So begannen die Restaurationsarbeiten im Oktober 2010 und überdauerten das gesamte Jahr 2011. Im Januar 2012 konnte der Motor dann das erste Mal zu einem Probelauf gestartet werden. Die letzten 3 sehr arbeitsintensiven Wochen vor der ersten Probefahrt wurde das Team dann durch die wertvolle Hilfe von Bernd Lilier unterstützt. Am 24.02.2012 erfolgte dann die erste Probefahrt im Gewerbepark Achkarren am Kaiserstuhl.

 

 

25.02.2012 - erste Testfahrt in Hockenheim beim Testday vom Pistenclub mit den Fahrern Johann Aerts, Patrick Schreurs und Bernd Lilier.

 

Der komplette Neuaufbau des Fahrzeuges machte die ersten Runden des Nothelle-Kamei-Coupé für alle Beteiligten besonders spannend. Diese ersten zwei Runden auf noch feuchter Strecke sollten nun von Bernd Lilier, dem das Fzg. bestens bekannt war, absolviert werden. Es folgte ein erster Check ohne Mängel. Dann vier weitere Runden und der nächste Boxenstopp mit einer größeren Inspektion. So, wie erwartet, war alles OK und es konnten kleinere Einstellarbeiten am Fzg. vorgenommen werden. Nun kamen die nächsten 6 Runden. Es galt festzustellen, dass Bernd Lilier das Rennfahren offensichtlich nicht verlernt hatte, denn er bewegte das Coupé nun schon deutlich flotter über die inzwischen trockenen Strecke.

 

Anschließend folgten je 6 weitere Runden mit den Fahrern Patrick Schreurs und Johan Aerts, dem heutigen Eigentümer des Nothelle- Kamei-Coupé. Um sich ein abschließendes Urteil zu bilden sollte nun Bernd Lilier nach weiteren Einstell- u. Prüfarbeiten die letzten 6 Runden des Tages absolvieren. In der 6. Runde kam dieser dann mit Motorproblemen in die Box. Summa summarum kann jedoch von einem gelungenen Comeback des Nothelle-Kamei-Coupé gesprochen werden.

 

 

Zolder 21.-22.April , Belgian Historic Cup. Das ersten Offizielle Rennen mit den Fahrern Patrick Schreurs und André Lotterer.

 

Die Belgian Historic Cup Rennserie findet im Rahmenprogramm der FIA GT Meisterschaft statt. Aus diesem Grund gibt es hier keinen Trainingslauf. Es werden 2 Rennen à 30 Minuten gefahren. Das Wetter an diesem Wochenende war typisches Aprilwetter mit allem, was dazu gehört. Ständiger Wetterwechsel zwischen Sonne und Regen, viel Wind, sowie Temperaturen von 7°C. Dieses machte die Veranstaltung nicht unbedingt zu einer leichten Aufgabe für Team und Fahrer. Patrick machte den Anfang und auch für Ihn war es nicht einfach, direkt ohne Trainingslauf in das erste Rennen zu starten. Er meisterte dieses jedoch optimal und setzte sich sofort an die Spitze. Zum Ende der ersten Runde, vor der Jacky-Ickx- Schikane legte Patrick dann einen eleganten 180°- Dreher hin. Ob hier nun der Ehrgeiz höher war als die Reifentemperatur oder ob der Porsche das Coupé hinten links seitlich berührt hatte, ließ sich im Nachhinein nicht feststellen.  In Folge dessen hatte das Coupé nun hinten und vorne links leichte Schäden davon getragen und Patrick kam sicherheitshalber zu einem Technikcheck in die Box. Da keine maßgeblichen Schäden erkennbar waren, konnte Patrick das Rennen mit großem Rückstand wieder aufnehmen. Abschließend ist er ein sehr gutes erstes Rennen und mit warmen Reifen sehr gute Rundenzeiten gefahren. Getoppt hat er das dann noch mit einem sehr beeindruckend erkämpften vierten Platz.

 

Am nächsten Tag folgte das zweite Rennen mit dem Fahrer Andre Lotterer.

 

Hierzu braucht es einen kleinen Exkurs in die Vergangenheit, um die Besonderheit dieser Kombination von Fahrzeug und Fahrer zu verdeutlichen: der Vater André Lotterers war in der Zeit von 1980-82 Motorenchef bei Rolf Nothelle und hatte als solcher den wunderbaren 5 Zyl.-Rennmotor entwickelt. André selbst wurde 1981 in Duisburg geboren und ist heute erfolgreicher Audi-Werks-Rennfahrer und hat 2011 mit dem Audi R18 TDI, sowie 2012 mit dem Hybrid Audi R18 E-Tron Quattro den Gesamtsieg im 24h-Rennen von Le Mans eingefahren. Als Johan bei André angefragt hatte, ob er das Fahrzeug, an dessen Entwicklung sein inzwischen verstorbener Vater maßgeblich beteiligt war, fahren möchte, hat dieser spontan zugesagt. Dr. Ullrich erteile hierauf die Freigabe Andrés für die Einsätze des Nothelle-Kamei-Renncoupé. Als André an diesem Tag seinen Einsatz hatte, war es trotz seiner zweifelsfreien Qualität auch für Ihn keine leichte Aufgabe ohne Trainingläufe oder Probefahrt den Fronttriebler im Regen zu fahren. Auch der anhaltende Wettermix von Sonne und ergiebigen Regenschauern machte es nicht leichter und zwang uns letzten Endes Regenreifen aufzuziehen. Das war unser Pech, denn durch den Räderwechsel hatten wir viel Zeit verloren und kamen zu spät zur Startaufstellung. André musste aus der Boxengasse am Ende des Feldes starten. Trotz dieser widrigen Umstände ist André ein fantastisches Rennen gefahren und wurde 2.! Ebenfalls absolvierte er die schnellste Rundenzeit des Rennens. Patrick Schreurs erreichte trotz Dreher den 4. Platz. 

 

Kein Schlechter Einstand. Das Renncoupe lief ohne Probleme und gleich eine solche Platzierung zu erreichen, bestätigt die Leistungsfähigkeit dieses Fahrzeuges, welches durch die Firma Nothelle aus seinem Dornröschenschlaf zu neuem Leben erweckt wurde. Hinzuzufügen ist noch, dass auf heute übliche High-Tech-Motorsport-Komponenten verzichtet wurde und der Aufbau  nach Anhang J des Jahres 1981 und dem heute gültigen FIA Anhang K stattfand.

 

Abschließend gilt unser  Dank Herrn Johan Aerts, der uns die Möglichkeit gab dieses Projekt, welches für die Firma Nothelle einen besonderen Stellenwert besitzt, zu realisieren. Ebenfalls möchten wir uns bei den vielen engagierten Personen und deren Unterstützung bedanken, ohne die das Ergebnis nicht so hervorragend ausgefallen wäre. Unser besonderer Dank gilt dabei unserem Freund Bernd Lilier und den Mechanikern auf der Rennstrecke.

 

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